Die Pfahlbauten von Wangen sind UNESCO - Weltkulturerbe

Seit dem 27. Juni 2011 gehören die Pfahlbausiedlungen in Wangen-Hinterhorn zum Weltkulturerbe der UNESCO. Zahlreiche interessante Funde aus den Siedlungen der Jungsteinzeit sind hier im Museum zu besichtigen, unter anderem auch Originalfunde des Wangener Bürgers Kaspar Löhle, der 1854 als erster die Pfahlbausiedlungen in Deutschland entdeckte.

Wir würden uns freuen, Sie im Museum "Fischerhaus Wangen" begrüßen zu können.

Das Museum befindet sich in einem denkmalgeschützten Riegel-Fachwerkhaus in der Bauweise der Bauernhäuser im Hegau und auf der Höri vor etwa 500 Jahren. Es wurde 1618 im Ortskern des 1155 erstmals urkundlich erwähnten Bauern- und Fischerdorfes Wangen errichtet. Auf Initiative des Fördervereins Fischerhaus konnte das Gebäude vor dem Abbruch gerettet und 1986 an seinem heutigen Platz am Seeufer umgesetzt und renoviert werden.

Im Jahr 2016 konnte der Verein "Museum Fischerhaus" ein langerwünschtes Projekt fertigstellen und ließ neben den Fischerhaus in der Flachwasserzone des Untersees ein Pfahlbauhaus errichten, welches den ursprünglichen Originalbauten sehr nahe kommt.
Damit wurde eine realistischen Szene aus dem Leben der Menschen am Wangener Hinterhorn vor 5900 Jahren geschaffen. Im Pfahlbauhaus ist eine kleine Ausstellung und das Institut für Feuchtboden- und Unterwasser-Archäologie des Landesdenkmalamtes in Hemmenhofen führt mit Schautafeln in die Historie der Steinzeitmenschen ein.

Die Pfahlbauten von Wangen

Am Hinterhorn in Wangen befanden sich vor rund 4000 bis 6000 Jahren jungsteinzeitliche Siedlungen. Entdeckt wurden sie 1854 - als erste Fundstelle am Bodensee überhaupt - durch den ortsansässigen Bauern und Ratsschreiber Kaspar Löhle, der 1856/57 erste Grabungen durchführte.
Bei wissenschaftlichen Untersuchungen durch das Landesdenkmalamt BW kamen Siedlungsflächen der Jungsteinzeit zu Tage. Es konnten mehrere Kulturschichten der Pfyner Kultur (3800 bis 3500 v. Chr.) und der Horgener Kultur (3500 bis 2800 v. Chr.) nachgewiesen werden. Das Fischerhaus präsentiert eine umfangreiche Sammlung von Tongefäßen, Stein-, Knochen- und Geweihgeräten sowie im Seeboden unter Luftabschluss erhalten gebliebene Getreideähren und Körner, Apfelstücke, Haselnüsse und Textilien. Die Bestände sind teilweise Dauerleihgaben des Landesdenkmalamtes, teilweise stammen sie aus dem Besitz privater Sammler.

Die Versteinerungen der Öhninger Schichten

Vor rund 12 Millionen Jahren hatten vulkanische Aktivitäten in den Ablagerungen des Molassebeckens nördlich der Alpen einen Krater gesprengt, der sich mit Wasser füllte und so einen Maarsee bildete. In diesem Süßwassersee lagerten sich feinste Sedimente aus Kalk und Mergel ab und überdeckten auf den Boden abgesunkene Tiere und Pflanzen so, dass sie unter Luftabschluss versteinerten. Nach dem Ende der Eiszeit kamen die von den Gletschern freigelegten Kalkschichten an die Oberfläche. Bereits um 1500 begann das Kloster Öhningen in Steinbrüchen die feingeschichteten Mergel und Kalke abzubauen. Dabei stieß man auf fossile Einschlüsse, die ab 1708 wissenschaftlich beschrieben und gesammelt wurden. Über 900 Tierarten und 450 Pflanzenarten wurden unterschieden. Im Fischerhaus befindet sich ein Querschnitt von Original - Fossil Funden, hauptsächlich als Leihgabe aus Beständen des Naturkunde Museums Karlsruhe.

Das Thema 500 Jahre Fossilienfunde aus Öhningen wird das Haupthema des Jahres 2015.

Zu den berühmtesten Fundstücken zählt ein Riesensalamander, der von Johann Jakob Scheuchzer irrtümlich als ein in der Sintflut ertrunkener armer Sünder beschrieben wurde.

Zu diesen Themen bietet der Geologe Dr. Mathias Geyer regelmäßig geologische Wanderungen und Führungen an.
Info unter: http://www.vulkane-im-hegau.de/